„Die Welt steht offen“
Die Verantwortlichen der Fachschule für wirtschaftliche Berufe in Mureck baten Wirtschaftstreibende auf das Podium, um den Jugendlichen auf die beruflichen Sprünge zu helfen.
BETTINA KUZMICKI
Was die Wirtschaft von künftigen Arbeitnehmern erwartet, wie Jugendliche den Eintritt in die Arbeitswelt gut bewältigen können und wie man sich effizient und gut bewirbt – all diesen Themen wurden bei einer Podiumsdiskussion in der Fachschule für wirtschaftliche Berufe in Mureck angesprochen. Als Gesprächspartner für die Schülerinnen und Schüler hatte Schulleiterin Christine Niederkorn kompetente Persönlichkeiten der Wirtschaft eingeladen.
Die Unternehmer Karl Scheucher (Steirer Parkett in Zehensdorf), Alois Greiner (Einkaufs- und Baumarkt in Eichfeld), Hotelier Hannes Sinner aus Leibnitz, Hartwig Holweg, Projektmanager der Firma Porr AG, Romana Schloffer als Direktorin der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege in Bad Radkersburg sowie Günther Prutsch als Leiter des Arbeitsmarktservice Leibnitz hatten für die Jugendlichen wertvolle Informationen und Tipps parat. Auch interessant waren die Ausführungen des Fachschulabsolventen Stephan Spath, der mittlerweile in der Glaserei Temmel eine Ausbildung zum Glasbautechniker absolviert. „Das Interesse für den Beruf wurde in der Schule durch die Bereiche kreatives Gestalten und Medien/Marketing geweckt“, erzählte der junge Mann. Und er wusste auch zu berichten, dass der Abschluss der Fachschule in der Berufsschule klare Vorteile bringe. „Dort tue ich mir jetzt wirklich sehr leicht“, so Spath.
Was zählt
Für Karl Scheucher, der 90 Prozent seiner Mitarbeiter aus der Region rekrutiert, zählen im Zuge einer Bewerbung vor allem das Auftreten, das Interesse am Betrieb, das persönliche Gespräch und das Umfeld des Bewerbers oder der Bewerberin. Auch für Holweg ist das Vorstellungsgespräch entscheidend. Hier sei auch maßgeblich, wie sich der Bewerber mit dem Unternehmen, also auch mit den ausgeschriebenen Stellen, beschäftigt habe. Auch spielen Motivation und Flexibilität sowie Ausbildung und EDV-Kenntnisse eine große Rolle. Der Sympathiewert wird bei Alois Greiner groß geschrieben: „Der oder die Bewerber müssen ins Team passen.“ Für Prutsch steht fest: „Je besser man sich präsentieren kann, umso höher die Chancen.“ Sein Credo lautet auch: „Ihr müsst lebenslang lernen und europäisch denken.“
Apropos europäisch denken: in diesem Zusammenhang brachen alle Diskutanten eine Lanze für gute (mehrfache) Fremdsprachenkenntnisse. Beim lebenslangen Lernen schloss sich Romana Schloffer nur allzu gerne an: „Fortbildung ist mein Steckenpferd. Derzeit beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Pflege und alte Menschen.“
Interessant der Ansatz von Hannes Sinner. „Nicht ihr seid Bittsteller um einen Job, wir bitten um Euch“, gab er der Jugend mit. Und bat in diesem Zusammenhang um Anregungen, wie er seinen Betrieb für die Jugend interessanter gestalten könnte. Sinner: „Die Zeiten sind in Bewegung, die Welt steht euch offen. Und gut ausgebildete Arbeitnehmer haben alle Chancen der Welt.“ |